Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen muss ein Hund haben um Rettungshund zu werden?
Um mit der Rettungshundeausbildung beginnen zu können, sollte ein Hund noch jung sein (höchstens 4 Jahre alt) und die folgenden Eigenschaften mitbringen:

  • Lauffreudig und sportlich
  • Hoher Spiel-/Fresstrieb
  • Nicht zu klein oder zu groß/zu schwer sein ⇒ Beweglichkeit ist vor allem in den Trümmern wichtig
  • Ein Grundgehorsam sollte vorhanden sein
  • Gut sozialisiert mit Hund und Mensch
  • Nicht aggressiv oder ängstlich
  • Sehr lernbegierig
  • Sollten kein Problem mit längeren Autofahrten oder auch längeren Autoaufenthalten haben

 

Welche Hunderassen sind für die Rettungshundearbeit geeignet?
Generell sind so gut wie alle Rassen für die Rettungshundearbeit geeignet, sofern sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllen.

 

Wie viel Zeitaufwand wird für die Rettungshundearbeit benötigt?
Das Training bei uns findet 2x die Woche immer dienstagabends und sonntagmorgens für mehrere Stunden statt. Hinzu kommen noch diverse Seminare an Wochenenden, Vorführungen, Prüfungswochenenden und Sonderveranstaltungen. Ebenfalls muss parallel zur Rettungshundearbeit die Begleithundeprüfung und damit verbundene Übungsstunden einmalig abgelegt werden. Und natürlich die realen Einsätze.

 

Was muss ein Rettungshundeführer können oder mitbringen?
Als Rettungshundeführer benötigt man keine spezifisch schulische oder berufliche Ausbildung.
Ein Rettungshundeführer sollte aber viel Zeit und Motivation für diese Arbeit mitbringen sowie Spaß, Teamfähigkeit und körperliche Fitness.
Im Laufe der Rettungshundeausbildung müssen die Rettungshundeführer verschiedene Kurse und Prüfungen ablegen, um in reale Einsätze gehen zu dürfen. Wie zum Beispiel: Erste-Hilfe-Kurs (alle 2 Jahre auffrischen), Theorieprüfungen mit spezifischen Rettungshundethemen, Suchtrupphelfertest.

 

Wie lange dauert die Ausbildung zum Rettungshund?
In der Regel dauert die Rettungshundeausbildung 2-3 Jahre.

 

Müssen Prüfungen abgelegt werden?
Um in den realen Einsatz gehen zu können, muss ein Rettungshundeteam, bestehend aus Rettungshundeführer und Rettungshund, diverse Prüfungen ablegen.
Als erstes muss der Hundeführer oder Einsatzhelfer den Suchtrupphelfertest ablegen, bei dem Kenntnisse zu Erste-Hilfe-Mensch & Hund, Verhalten im Einsatz, Gefahren im Einsatz, Lerntheorie in der Rettungshundearbeit, Suchtaktig Fläche, Suchtaktik Trümmer, Mantrailing, Funken, Karte und Kompass geprüft werden.
Dann muss die Begleithundeprüfung abgelegt werden, in der der Hund seinen Gehorsam unter Beweis stellen kann. (Ausnahme: Mantrailer)
Damit jeder Hund in/auf unterschiedlichen Geländen und Untergründen gut arbeiten kann, muss eine Gerätevorprüfung abgelegt werden. Bei dieser muss der Hund in der Lage sein, sich auf verschiedenen Geräten wie z.B. Wippe, Leiter, Fassbrücke und Tunnel gut und nach Anweisung bewegen zu können.
Sowohl für die Fläche als auch für die Trümmer muss eine separate Prüfung abgelegt werden.
Bei der Flächenprüfung muss ein Waldgebiet von max. 30.000m² innerhalb von 25 Minuten nach einer unbekannten Anzahl von Personen (1-3 Personen) abgesucht werden.
Bei der Trümmerprüfung muss ein Trümmergelände innerhalb von 25 Minuten ebenfalls nach einer unbekannten Anzahl von Personen (1-3 Personen) und unter Ablenkung von Rauch, Motorengeräuschen o.ä. abgesucht werden.
Der Hund muss bei beiden Prüfungen die gefundene Person sicher und konstant anzeigen, solange bis der Hundeführer bei der gefundenen Person eingetroffen ist.
Bevor ein Flächen- bzw. Trümmer-Team mit in den Einsatz darf, wird es in einer einmaligen staffelinternen Sichtung, der sogenannten Einsatzüberprüfung, auf die Probe gestellt. Hier muss der Hund Ausdauer bei langen Suchen beweisen und der Hundeführer eine geschickte Einteilung des zugewiesenen Suchgebiets vornehmen.
Hund und Hundeführer müssen ihre Einsatzfähigkeit in jährlichen Wiederholungsprüfungen immer neu unter Beweis stellen.

Die Mantrailing-Prüfung im BRH besteht aus zwei Teilen, einer kombinierten Stadt- und Landprüfung sowie einer Negativ-Prüfung. Die zwei Teile müssen innerhalb eines Jahres abgelegt werden, um die Einsatzfähigkeit zu erreichen. Anschließend muss die Stadt- und Landprüfung jährlich und die Negativ-Prüfung zweijährlich wiederholt werden um die Einsatzfähigkeit zu erhalten. Die Zulassung zu den Prüfungen erreicht das Mantrail-Team durch einen bestandenen Mantrail-Basistest (MTB).

 

Wer alarmiert die Rettungshundestaffeln?
Unsere Staffel kann 365 Tage im Jahr rund um die Uhr alarmiert werden. Meistens werden wir von Polizei, Feuerwehr oder benachbarten Staffeln alarmiert.
Es kann sich um eine Vollalarmierung handeln, sprich es werden sowohl Flächen- bzw. Trümmerhunde meist für weitläufige Waldgebiete, als auch Mantrailer meist für den Einsatz in Orten/Städten alarmiert. Aber es kann auch nur eine Teilalarmierung sein, bei der entweder nur Mantrailer oder Flächen- bzw. Trümmerhunde angefordert werden.

 

Wie suchen die Rettungshunde?
Rettungshunde sind echt Spürnasen und suchen hauptsächlich mit ihrer Nase nach menschlicher Witterung. Dabei unterscheidet man die Flächen- bzw. Trümmerhunde, welche nach jeglicher menschlicher Witterung suchen und die Mantrailer, welche nach einer bestimmten Person und deren Witterung suchen. Flächensuchhunde können in vielen Gebieten eingesetzt werden. Am häufigsten werden Waldgebiete abgesucht, auch sehr dichter Bewuchs oder steiles Gelände stellen dabei kein Hindernis dar. Oft gehören auch Wiesenflächen und Felder mit zum Einsatzgebiet. Die Suche kann bei Tag und Nacht zuverlässig durchgeführt werden. Der Mantrailer sucht, anders als der Trümmer- oder Flächensuchhund, immer eine ganz bestimmte Person. Er erhält den Suchauftrag anhand eines Gegenstandes, an dem möglichst nur der Geruch der vermissten Person haftet. Die Suche beginnt meist dort, wo die Person ganz sicher das letzte Mal gesehen wurde oder sogar losgegangen ist. Der Hund sucht die Person anhand ihrer Spur.

 

Wen oder was suchen die Rettungshunde?
Die Aufgabe unserer Rettungshundeteams ist es, vermisste Personen zu suchen und zu finden.
Beispiele hierfür sind:

  • verwirrte Personen, die abgängig sind
  • verunglückte Sportler, z.B. Jogger oder Reiter
  • Kinder, die vermisst werden
  • Wanderer, Pilzsammler, die sich verlaufen haben
  • Suizidgefährdete
  • Schockopfer nach Unfällen

Wo wohnen die Rettungshunde?
Jeder Hund unserer Staffel ist Eigentum des Rettungshundeführers und seiner Familie. Das heißt, jeder Hund lebt/wohnt ganz normal bei seiner Familie und wird quasi als Hobby für die Rettungshundearbeit ausgebildet. Die Kosten für Futter, Tierarzt, Versicherung und was sonst noch so anfällt werden dementsprechend auch vom Hundeführer getragen.

 

Wird man für die Rettungshundearbeit bezahlt?
Unsere Rettungshundestaffel ist komplett ehrenamtlich, das heißt wir arbeiten kostenlos. Alle Kosten, die während der Rettungshundearbeit anfallen, wie Fahrtkosten zu den Trainingsgeländen und Einsätzen, Ausrüstung für Hund und Mensch werden von den Hundeführern bzw. Einsatzhelfern selbst getragen. Fort- und Weiterbildungen im Rahmen der BRH Ausbildung werden vom Verband übernommen.

 

Wie finanziert sich die Rettungshundestaffel?
Wir finanzieren uns ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge des Vereins sowie durch Sach- und Geldspenden. In Deutschland erhalten Rettungshundestaffeln keine öffentlichen Fördermittel.

 

Kann man sich das Training als Gast anschauen?
Das Training als Gast und evtl. Helfer zu besuchen ist in vorheriger Absprache mit der Ausbildungsleitung möglich.
Wir freuen uns auf jeden neuen Helfer.

 

Wie kann man Mitglied der Rettungshundestaffel werden um seinen Hund auszubilden?
Die Rettungshundestaffel Rhein-Main e.V. veranstaltet in regelmäßigen Abständen ein Casting, zu dem sich jeder mit und ohne Hund anmelden kann. Dort durchlaufen Hund und Herrchen verschiedene Stationen und werden im Hinblick auf ihre Eignung als Rettungshundeteam eingeschätzt. Hat sich das Team im Casting bewährt, folgt eine 6 wöchige Schnupperzeit. Während dieser Zeit können erste Einblicke in den Ablauf der Rettungshundearbeit gewonnen werden.